Folgende Artikel wurden im Monat Oktober 2009 veröffentlicht:

Kreis des Werdens

Dinge müssen sich ständig erneuern, sie müssen immer wieder neu entstehen, um zu sein. Ihr Potenzial wird geweckt, sie werden aktiv, sie treten in Erscheinung. Doch sie vergehen auch wieder. Sie geben sich hin — um zu werden, um zu sein.

Der Raum ist ein strukturierter Raum des Wissens, das Wissen äußert sich als Aktivität, gebiert das Ding — und geht wieder auf im Raum.

Zeit und Sein

Zeit wird bestimmt durch das Pulsieren der Dinge, ihr Werden und Vergehen. Alle Dinge entstehen jeden Moment aufs Neue. Sie treten in Erscheinung, interagieren mit anderem. Ohne dem würden sie nie existieren.

Momente

Ein Ding tritt nur in seinen Wechselwirkungen in Erscheinung. Diese bestimmen seine Existenz, seinen Umfang, seinen Raum. Und seine Zeit: jede Wechselwirkung, jede Erscheinung eines Dinges, ist ein neuer Moment.

Rhythmische Muster

Wenn alles beständig zwischen sein und nicht sein wechselt, zwischen an und aus, dann ist die Idee ganz verschiedener (sozusagen „paralleler“) Zeiten alles andere als abwegig.

Die Lücken sind nicht, sie existieren nicht, sie äußern sich lediglich als Übergang von einem Zustand zum anderen. (Die Existenz selbst, der Fluss der Zeit, kann also nie anders als kontinuierlich sein.) Von woanders aus betrachtet, einem anderen Zeitkontinuum, das in einem ganz anderen Rhythmus pulsiert, mag zwischen diesen verschiedenen Zuständen aber viel Zeit vergangen sein. Oder mehrere Perioden werden ganz und gar übersprungen.

Was in einem bestimmten Zeitkontinuum als konstantes Ticken der Uhren erscheint, kann in einem anderen vielleicht ein kompliziertes rhythmisches Muster darstellen. Sofern überhaupt eine Regelmäßigkeit erkennbar ist. Vielleicht ist da auch rein gar nichts.

Unterschiedliche Konzepte

Es gibt viele verschiedene Vorstellungen und Begriffe von „Zeit“; dieses Wort wird auf vielfältige Weise gebraucht — nicht unbedingt immer in Verbindung mit Uhren.

Sehr oft werden damit Begriffe wie „Vergangenheit“, „Gegenwart“ und „Zukunft“ assoziiert. Selbst wenn diese sich auf einen bestimmten Punkt auf der durch Uhren definierten Zeitskala beziehen, bedarf das Konzept, das ihnen zugrundeliegt, im Allgemeinen keiner genauen Messungen; es geht nicht um exakt definierte Zeiträume.

Manchmal sind Vergangenheit und Zukunft einfach so etwas wie Richtungen, die von einem bestimmten Zeitpunkt aus gesehen werden, von der aktuellen Zeit, der Gegenwart, dem Jetzt. Allgemein wird aber eine noch weiter gehende, essenzielle Verschiedenheit zu Grunde gelegt: Vergangenes ist in gewisser Weise grundsätzlich anders als Zukünftiges.

Beide stehen in einem engen Verhältnis zum Wissen: Vergangenheit ist prinzipiell bekannt (oder zumindest erkennbar), Zukunft dagegen im Allgemeinen (noch) unbekannt.

Momente II

In diesem Sinne ist Gegenwart der Übergang von nicht wissen zu wissen. So wird Wissen erzeugt, in jedem Moment. Bei jeder Wechselwirkung. Durch Aktivität.